Erwarte niemals Hilfe von einem Narzissten

Erwarte niemals Hilfe von einem Narzissten

Du liegst mit 39 Grad Fieber im Bett, kaum Kraft, um aufzustehen. Er steht im Türrahmen, das Handy in der Hand, und fragt, ob es heute noch etwas zu essen gibt. Zwei Wochen später hat er einen leichten Schnupfen, und du sollst Tee kochen, die Wärmflasche bringen und einkaufen, denn er ist ja „todkrank". Wer mit einem Narzissten zu tun hat, kennt solche Szenen.

Die Einbahnstraße

Beziehungen zu Narzissten funktionieren wie Einbahnstraßen: Alles fährt in eine Richtung, in seine. Deine Zeit, deine Kraft, dein Geld, dein Trost. Gegenverkehr ist nicht vorgesehen. Das ist keine Schusseligkeit, sondern Struktur. Im Weltbild eines Narzissten steht ihm Hilfe zu, einfach weil er er ist.

Das Paradoxon

Ein Narzisst ist überzeugt, niemanden zu brauchen. „Ich brauche dich" wirst du nie von ihm hören. Gleichzeitig kommt er keinen Tag ohne andere aus: Wer macht seine Wäsche, seine Termine, seinen Papierkram? Wer hört zu, wer tröstet, wer fährt? Er nennt es nur nicht „Brauchen", sondern „Das steht mir zu". So muss er sich nie eingestehen, abhängig zu sein. Hilfe zu geben fühlt sich für ihn dagegen oft nach Unterordnung an, nach Kosten ohne Ertrag.

Wo sich das zeigt

  • Krankheit: Ist er krank, ist es ein Notfall. Bist du krank, bist du ein Störfaktor.
  • Umzug: Zieht er um, stehst du samstags um acht mit dem Transporter da. Ziehst du um, hat er plötzlich Rücken.
  • Tiere und Pflanzen: Du versorgst seine Katze im Urlaub, deine Blumen vertrocknen.
  • Geld: Er leiht sich Beträge, die nie zurückkommen. Bittest du ihn einmal um Hilfe, ist er selbst knapp bei Kasse.
  • Trauerfall: Bei dir kommt ein „Tut mir leid" per WhatsApp, bei ihm sollst du alles stehen und liegen lassen.
  • Als Bestrafung: Manchmal ist Nicht-Helfen Absicht, damit du spürst, wovon du abhängig bist.

Und wenn er ausnahmsweise hilft, führt er Buch darüber. Jahre später kommt die Rechnung: „Nach allem, was ich für dich getan habe!"

Warum er das tut

Ein Grund ist Anspruchsdenken: Er ist überzeugt, dass ihm Unterstützung zusteht, während er selbst niemandem etwas schuldet. Hinzu kommt Kontrolle. Wer Hilfe verweigert, während der andere abhängig ist, hält ihn klein und bedürftig.

Was du tun kannst

Hör auf, seine Hilfe einzuplanen. Baue dir ein Netz aus Menschen, die verlässlich sind, auch wenn es unbequem wird. Prüfe ehrlich, wie oft du ihm hilfst, ohne dass je etwas zurückkommt. Schwarz auf weiß geschrieben öffnet das vielen die Augen. Und übe, Nein zu sagen, wenn er wieder ruft. Das ist kein Egoismus, sondern der erste Schritt, Gegenverkehr zuzulassen.

Das ganze Video

In meinem neuen Video „Erwarte NIEMALS Hilfe von einem Narzissten" gehe ich auf alle Situationen im Detail ein, mit einem Beispiel aus meiner Praxis.

Wenn du dich aus dieser Dynamik lösen möchtest, zeigt dir mein Ratgeber „Trennung von Narzissten" Schritt für Schritt, wie das gelingt, auch mit Kindern.

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